Ihr habt PARDON 2011

Weihnachten.Sendling.1705

Eine eigentümliche Stille…“

„…soeben wurde in Sendling die Chamade geschlagen,
das internationale Signal für Aufgabeund die Bitte um Pardon.
In der Regel wird dem Übergabesignal entsprochen
...bislang keine Reaktion...“
„ Doch jetzt höre ich etwas!“
 
„IHR HABT PARDON!“
 
…die Menschen knien nieder…
…der Offizier macht ein Kreuzzeichen…
…nein, das gibt es doch nicht…
…die Infanterie fängt an zu schießen…
 
„Großer Gott, es gab doch Pardon!“
 
Bei diesem Gemetzel der Sendlinger Mordweihnacht 1705 mit mindestens 1100 Toten musste
auch unsere Gemeinde 11 Gefallene beklagen.
Ein Volksaufstand in Bayern gegen die Schreckensherrschaft des österreichischen Stammesbruders und Nachbars noch vor der französischen Revolution!
Überhöhte Steuern, Plünderungen, jedes Maß übersteigende Exzesse der Soldateska und schließlich brutalste Zwangsrekrutierung quälten die bayerischen Bauern bis aufs Blut und brachten das Land in eine katastrophale Lage.
 
„Lieber bairisch sterben, als kaiserlich verderben!“
war die Losung auf der Gotzinger Trommel.
 
Die Aufständischen waren sich der Tatsache bewusst, dass ihre Lage in jeder Hinsicht aussichtslos war.
Sterben oder verderben. Wir erleben den Marsch der Verzweifelten und leider auch Irregeführten, ihren Untergang, als hörten wir das Geschrei bis in unsere Häuser.
Sie zogen ins Feld auch aus Treue zu ihrem Herrscherhaus, das davon wohl profitierte, selbst aber um der Macht willen das Land in den Spanischen Erbfolgekriegen aufs Spiel gesetzt hatte.

 

"Ihr habt Pardon"
Die ausverkaufte Premiere und Uraufführung am 13. Januar war nicht nur ein voller Erfolg beim Publikum, auch die Presse ist begeistert.

"... Unterdrückung, Verrat, Gemetzel und das zur Weihnachtszeit – es war schwere Kost, was Everding, Intendant Michl Wöllinger und die Ayinger Gmoa auf die Bühne brachten.
Aber Dank origineller Inszenierung war es auch kurzweilig und durchaus bewegend.
Das Ergebnis: viel Applaus und Bravo-Rufe für das Ensemble."

"Ihr habt Pardon"

Am kommenden Donnerstag ist Uraufführung.
Das neue Theaterstück von Autor und Regisseur Marcus Everding hat ein Kapitel der bayerischen Geschichte zum Thema.



Die Erinnerung an das als „Sendlinger Mordweihnacht“ bezeichnete Gemetzel der Nachbarn und Stammesbrüder, die sich zu einem bayerischen Mythos entwickelte, berührt unser ganzes Oberland und unsere unmittelbare Umgebung.

11 Tote und 12 Gefangene hatte unsere eigene Gemeinde bei dieser Schlacht im Volksaufstand 1705 zu beklagen.
Zwischen 1100 und 3000 Aufständische aus dem Oberland wurden damals von den kaiserlichen Truppen gegen jede Kriegsregel hingeschlachtet, obwohl ihnen Pardon zugesagt worden war ...

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